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Autokauf ist Vertrauenssache?

Letztes Jahr im Mai haben meine Frau und ich beschlossen eine größere Familienkutsche anzuschaffen. Die Marke und das Modell standen relativ schnell fest, da Freunde den Wagen haben und sehr zufrieden damit sind. Also begann die Suche nach einem Opel Zafira. Ich muss vorwegstellen, dass ich kein “Fachman”, sondern eher Laie auf dem Gebiet bin.

Ich suchte erst bei lokalen Händlern, aber den Zafira ecoflex (verbraucht weniger) gab es nicht, oder für uns zu nicht erschwinglichen Preisen. Was lag da näher als sich online umzuschauen. Bei Autoscout24 wurden wir schnell fündig. Obwohl meine Frau nicht begeistert war einen Wagen in Hamburg zu kaufen, habe ich mich durchgesetzt. Es war ein silberner Zafira mit Sitzheizung als Jahreswagen für knapp 14.000 €.

Einen Tag Urlaub genommen und den Wagen besichtigt. Der optische Zustand war wirklich gut und ich entschied mich kurzerhand den Wagen zu kaufen, obwohl der Händler nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck machte. Auf mehrfache Nachfrage hat mir der Händler bestätigt, dass der Wagen unfallfrei sei. Lediglich die Stoßstange hätte etwas gelitten und wurde ausgetauscht. Was solls, der Zafira hatte ja noch Werksgarantie, die ich beim örtlichen Händler geltend machen kann. Noch einen Tag Urlaub genommen und den Wagen in Hamburg gekauft und nach Hause gebracht. Alles gut, bisher.

Am Wochenende darauf fuhr meine kleine Familie dann in den Urlaub auf Norderney und da machte es sich schon bemerkbar, wie gut es ist, Stauraum zu haben. Auch hier nichts zu meckern. Auf dem Rückweg machte sich die Wischwasseranzeige bemerkbar. Dies kam mir merkwürdig vor, da ich vor dem Urlaub genau die aufgefüllt hatte. Zuhause angekommen fiel meiner Frau auf der Beifahrertür eine Beilackierung auf, die bei genauem Hinsehen und gutem Licht als stümperhaftes Werk bezeichnet werden konnte.

Nunja, dachte ich mir und machte einen Termin bei dem örtlichen Vertragshändler einen Termin für eine Untersuchung des PKW. Dort fiel ich regelrecht aus den Wolken! Die Wischwasserpumpe war gebrochen, der Kühler lose und die Frontpartie unsachgemäß repariert. Der Meister ging von einem erheblichen Frontschaden aus. So fuhr ich nach Hause und versuchte den Händler zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Ich machte dann gleich einen Termin bei einer Rechtsanwältin aus, die sich alles anhörte und mit mir entschied, den Kauf rückgängig zu machen. Dummerweise habe ich im Kaufvertrag unterschrieben, dass der Wagen Vorschäden hat, die fachmänisch behoben worden sind. Ich konnte mich also nur auf die nicht sachgerechte Behebung beziehen.

Nach mehrfachem Schriftwechsel wurde der erste Gerichtstermin im Dezember anberaumt, den die Gegenseite aber aus terminlichen Gründen absagte. So dauerte es bis Februar des Folgejahres bis der Vergleichtermin statt fand. Nach Verhandlungen mit der Gegenseite einigten wir uns auf einen Vergleich. Der Wagen wird zurückgenommen und ich bekomme den Kaufpreis abzüglich 2.600 € für die gefahrenen Kilometer und die Wertminderung. Da Problem ist einfach, wenn ich mich nicht geinigt hätte, käme es zur Verhandlung mit voheriger Sachverständigenbegutachtung des Zafira. Da wäre nochmal ein Jahr ins Land gegangen. Selbst wenn ich gewonnen hätte, wäre der Abzug für die Nutzung dann ja noch größer.

Alles in allem war es eine schmerzhafte Erfahrung. Viele Freunde raten mir nun ab, ein PKW soweit weg zu kaufen. Aber das kann mir vor Ort auch passieren. Es ist nicht die Entfernung, sonder immer der Händler. Mann sollte schon ein gutes Gefühl beim Kauf haben und sich vielleicht auch einen Vertragshändler aussuchen.

So suche ich nun nach einem Kompaktvan im Internet, aber diesmal schaue ich genauer hin und werde keinen Kaufvertrag mit Vorschäden mehr unterschreiben. Gut, dass ich keine Probleme mit der Schufa habe, aber einen Kredit mit negativer Schufa bekommt man beim Klick auf den Link.

 

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