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Tanzverbot – die Diskussion ist lächerlich!

Die ganze Woche über konnte ich in meiner Timeline das Stichwort “Tanzverbot” lesen. Ich könnte das Ganze zunächst überhaupt nicht einordnen, aber heute ist dann auch bei mir der Groschen gefallen.

Ich habe das Thema heute nochmal ausführlich im Radio bei WDR 2 verfolgt. Ich muss sagen, dass ich die Diskussion um das Ganze absolut lächerlich und daneben finde. Ich würde mich mit meinen 31 Jahren bestimmt nicht als spießig bezeichnen, aber ich finde, dass gewisse Traditionen einfach gewahrt bleiben sollen. Dazu gehört für mich auch das stille Begehen des Karfreitags.

Überall ist zu lesen, dass nahezu jeder vierte Deutsche für die Abschaffung des stillen Feiertags fordert. Die Diskotheken sollten öffnen und sogar die Türen der Kaufhäuser sollten nicht verschlossen bleiben. Für mich nicht nachvollziehbar. Wurden dort lediglich 1000 Leute befragt?

Die Menschen sollten doch wohl in der Lage sein den Tag still zu begehen und einmal im Jahr keine “Party” zu machen. Wir leben in so einer hektischen und schnelllebigen Zeit, da kann so ein bisschen “verordnete” Ruhe eigentlich nicht Schaden. Die Organisatoren der Proteste argumentieren, dass der Staat diese Ruhe den Menschen nicht vorschreiben darf. Das kann man sicherlich so sehen, man kann nach meiner Meinung auch einfach darüber hinwegsehen.

Haben wir in unserem Land nicht wichtigere Probleme, die es anzugehen gilt? Sollte man seine Energie nicht sinnvoller nutzen, als gegen Tanzverbote zu protestieren? Sind solche Proteste nicht lächerlich im Vergleich zu den Ereignissen in Syrien? Ist es nicht sogar respektlos gegenüber den Opfern der Aufstände in den arabischen Ländern?

Ich bin froh, dass der Bundesgerichtshof den Antrag der Piratenpartei aus Hessen zurückgewiesen hat. Ganz nebenbei haben die Piraten dabei bewiesen, dass sie noch viel lernen müssen u. a. nämlich, welches Gericht für so einen Eilantrag zuständig ist.

Wie seht ihr das Thema? Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

4 Kommentare

  1. der mutti ihr pinguin

    06/04/2012 @ 18:41

    >’so ein bisschen “verordnete” Ruhe’
    Kann durchaus gesellschaftlichen Missmut hervorrufen. Ich war heute nicht demonstrativ auf der Straße, auch wenn ich die Empörung verstehen kann. Als selbstständiger Entwickler habe ich nämlich gearbeitet (Oh Gott! Er hat gearbeitet! Am Karfreitag! Frevel!!!).
    Es gibt ja inzwischen einige Alternativmodelle zum traditionellen Feiertag. Z.B. alle arbeitenden Menschen ihre freien Tage selbst bestimmen zu lassen (bin wie gesagt selbstständig, bei mir ist das schon IMMER so!) Ich arbeite an Sonn- und Feiertagen und nehme mir auch mal freie Tage, einfach so. Ich bin für individuelle Entfaltung und nicht für traditionelle Zwangsjacken.

    >’nicht wichtigere Probleme, die es anzugehen gilt? ‘
    Stimmt natürlich. Aber wer tanzen will, soll tanzen dürfen.

    >respektlos gegenüber den Opfern der Aufstände in den arabischen Ländern?
    Hahaha, würde mich erstens wundern, wenn die davon erfahren würden. Zweitens ist das eine 1a-Realitätsverzerrung und deshalb ein Strohmann-Argument. Kein Moslem zwingt mich, das Essen während des Ramadan einzustellen. Das sähe vielleicht anders aus, wenn ich in Syrien leben würde. Tu ich aber nicht. Und da bin ich auch ganz froh drüber. Sie nicht?

    achso ja nee:
    >Ich bin froh, dass der Bundesgerichtshof den Antrag (…) zurückgewiesen hat.
    Ist jetzt nicht wirklich tragisch, aber “froh sein”, weil sich jemand aufregt, dass eine Kreuzigung, die vor über 2000 Jahren stattfand, es Menschen verbietet, heute zu tanzen?
    Ist mir völlig unverständlich. Zu jedem beliebigen Datum ist irgendwann mal eine bedeutende, gute, wichtige Person gestorben oder hingerichtet worden.

    Wir können gerne das gesamte Jahr ruhig sein, Klappe halten, Füße still halten und all den Menschen gedenken, die in den letzten 2000 Jahren hingerichtet wurden.

    Viel Spaß dann beim Fußball gucken.

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Es ist schon richtig, wer tanzen will, der soll halt tanzen…. der kann es allerdings nicht in Diskotheken tun, sondern muss einen private kleine überschauliche Part starten. Reicht das denn nicht?

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  2. “Lass mich tanzen, nur tanzen…” *sing
    Also ich wollte diesen Freitag auch auf die Piste gehen, da ich Urlaub hatte, hab ich gar nicht dran gedacht das heute Karfreitag und damit Tanzverbot besteht.
    Ich finde, dass das Tanzverbot nicht mehr in unsere Zeit passt.
    Auf der anderen Seite sehe ich aber auch, dass ich für den heutigen Tag keinen Urlaubstag opfern oder arbeiten gehen musste, von daher kann ich darauf verzichten heute weg zu gehen… die Party haben wir dann einfach mal auf morgen verschoben ;-)
    Ich bin dafür das Tanzverbot abzuschaffen, aber die Geschäfte sollten weiterhin geschlossen bleiben. Es ist ein “Feier”tag und kein Arbeitstag ;-)
    Gruß
    der Mitdudler André

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  3. Ich bin streng katholisch erzogen worden und auch wenn ich mittlerweile meinen Glauben auf meine Art lebe und nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe, ist mir die Bedeutung des Karfreitags immer noch wichtig.

    Meine Kinder haben gelernt, warum es an Karfreitag weder Fleisch noch Wurst gibt und genauso gehört das Tanzverbot für mich zum Karfreitag dazu. Ich selbst kann daher mit dem Tanzverbot gut leben.

    Natürlich verstehe ich, dass das vielen missfällt, vor allem denen, die mit der Kirche und der Bedeutung dieses Tages gar nichts anfangen können und das dürfte in der heutigen Zeit die Mehrzahl der “jungen” Menschen sein.

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