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DVB-T – Bald ohne Privatsender?

DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) ist allen Fernsehzuschauern als die Art des Empfangs bekannt, die am wenigsten Aufwand verursacht. Da viele Fernseher einen DVB-T Tuner schon fest eingebaut haben, reicht eine Antenne aus, um rund 30 Fernsehprogramme zu empfangen. Doch ist die Vielfalt der Programme nicht gesichert.

Verträge laufen 2014 aus

Verpflichtende Verträge für private Fernsehsender laufen noch bis Ende 2014. Die RTL Gruppe (mit RTL, Vox, Super RTL und RTL II) hat schon angekündigt ab 2015 keine DVB-T Einspeisung mehr vorzunehmen. Inzwischen stellt auch die Pro Sieben Sat 1 Media AG – Gruppe ihr Engagement in Frage.

Hohe Kosten und mehr

Als Grund für den Rückzug nennt RTL  hohen Kosten für die Einspeisung bei gleichzeitig geringerer Nutzung, denn nur rund 4% der Zuschauer empfangen deutschlandweit die RTL Sender tatsächlich nur über DVB-T. Während die Abdeckung über Kabel und Satellit bei über 95% liegt. Ein weiterer Grund ist die Planungsunsicherheit. Die Frequenzen sind nur bis 2020 garantiert, da eine Verlängerung bisher nicht im Gespräch ist, könnten die Frequenzen einfach wegfallen. DVB-T hat auch techinsche Grenzen, hier ist  die begrenzte Bandbreite der Übertragungsart der „Flaschenhals“. Für ein Bild in HD wären drei reguläre Programmplätze nötig. Einen neuen Standard für HD-Übertragungen gibt es zwar schon (DVB-T2), aber hier dürften noch Investitionen in Millionenhöhe erfolgen.

Fazit

Es wird zukünftig darauf hinaus laufen, dass nur die Öffentlichen über DVB-T senden, da sie ihrer Pflicht zur Grundversorgung nachkommen müssen. Laut Finanzkommission KEF hat die Verbreitung der öffentlich-rechtlichen Programme über DVB-T pro Haushalt im vergangenen Jahr 37,26 Euro gekostet, während sie für Satellit 4,02 Euro und für Kabel sogar nur 2,32 Euro zahlen mussten.  Wenn die Privaten hier als Mitfinanzierer wegfallen, wird es zukünftig noch teuerer. Wer die Privaten empfangen möchte, muss auf Satellit oder Kabel ausweichen.

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